Talentförderung: Teamgeist, Wissen und Werte im Fokus

Am letzten Augustwochenende stellten sich die Teilnehmer des Talentförderlehrgangs einer besonderen Herausforderung. Nachdem alle Regelfragen beantwortet waren, waren die Köpfe heiß und die Trikots durchgeschwitzt. Doch nicht die Fragen sorgten für Schweißperlen, sondern eine sportliche Komponente:
Bevor der Regeltest begann, hatte sich die Lehrgangsleitung des Verbandes in Barsinghausen etwas Besonderes überlegt. In fünf Gruppen traten die Talente gegeneinander an, um sich möglichst schnell den Zugang zu den Regelfragen zu erarbeiten. Dafür mussten sie unter anderem mit Medizinbällen sprinten oder dribbeln, über Bänke laufen oder einen Ball gezielt an die Latte eines Handballtores werfen. Dieser Programmpunkt kam bei den Teilnehmern sehr gut an. Stan Thiele aus dem Kreis Braunschweig fand dies passend: „Die Übung fand ich sehr sinnvoll, weil wir auch im Spiel bei hoher körperlicher Belastung Entscheidungen treffen müssen.“

Neben dem sportlichen Teil standen klassische Elemente wie Regel- und Konformitätstest sowie Gruppenarbeiten auf dem Programm. Hier reflektierten die Nachwuchsschiedsrichter unter anderem ihre eigenen Beobachtungen und bekamen wertvolle Hinweise, wie kurze Bemerkungen in Beobachtungsbögen – etwa „Zweikampfbeurteilung ausbaufähig“ – zu verstehen und für die eigene Weiterentwicklung zu nutzen sind.

Ein Höhepunkt des Wochenendes war der Workshop der Gedenkstätte Bergen-Belsen zum Umgang mit Diskriminierungen. „Das war etwas, was man aus anderen Lehrgängen nicht kennt und worüber wir Schiedsrichter so auch wenig sprechen“, erläutert Luca Matteo Blaschke aus dem Kreis Helmstedt, warum er den Programmpunkt nützlich fand. Gemeinsam erarbeiteten die Unparteiischen, worin sich Beleidigungen und diskriminierende Äußerungen unterscheiden. Zudem entwickelten sie Handlungsoptionen, wie sie auf entsprechende Vorfälle auf dem Platz reagieren können.

„Der Zusammenhalt war sowohl während des offiziellen Programms als auch bei den informellen Teilen großartig“, zieht Luca Bilanz. So war auch der Besuch des parallel stattfindenden Stadtfestes in Barsinghausen ein Highlight für die Braunschweiger Unparteiischen. Hier bot sich die Gelegenheit, abseits des Lehrgangs Kontakte zu knüpfen und sich mit rund 20 weiteren Talenten aus ganz Niedersachsen zu vernetzen.

Nun erwarten die Unparteiischen weitere Höhepunkte bei bundesweiten Einsätzen. Denn in den kommenden Wochen beginnt die Saison in den DFB-Nachwuchsligen.
Für den Bezirk Braunschweig unterwegs sind an der Pfeife Joel Hannemann sowie an der Linie Andrei-Catalin Abrudan, Luca Matteo Blaschke (beide Kreis Helmstedt), Stan Thiele, Lars Rapmundt (beide Braunschweig) und Finn Herbst (Gifhorn).

 

Foto (v. l. n. r.): Finn Herbst, Joel Hannemann, Andrei-Catalin Abrudan, Luca Matteo Blaschke, Stan Thiele, BSA-Mitglied Hilko Paulsen, Verbandslehrwart Mario Birnstiel und Lars Rapmundt


Autor: Hilko Pauslen