09.03.2021

90 Minuten mit Deniz Aytekin

Autor / Quelle: Jens Goldmann

Über 100 Schiedsrichter und Funktionäre des NFV-Bezirks Braunschweig kamen am Sonntagabend zu einer Online-Veranstaltung mit FIFA-Schiedsrichter Deniz Aytekin zusammen. Unter der Moderation von Lehrstabsmitglied Christian Eulenstein (Northeim-Einbeck) berichtete einer der bekanntesten deutschen Unparteiischen von seinem Werdegang bis in die Bundesliga, nahm Stellung zur Auslegung der Handspielregel, zu falschen Einwürfen im Profifußball und erzählte von dem großen medialen Interesse mit täglich 3 Anfragen zu Interviews. Auch die besonders in Erinnerung gebliebenen internationalen Einsätze mit ungewohnten Abläufen in China und Südkorea wurden erwähnt. Zu seinen Devisen gehört es, Spaß bei der Tätigkeit zu haben. Der ist ihm auch nicht verloren gegangen, als er in jungen Jahren einmal körperlich angegriffen wurde. „Ich gehe nicht auf den Platz, um der Beliebteste zu sein. Man muss schon konsequent sein, dabei aber auch menschlich bleiben.“ Wer erfolgreich werden will, der muss auch mit Rückschlägen umgehen können, gab Aytekin seinen Zuhörern mit auf den Weg. Danach gefragt, ob er mal ans Aufhören gedacht hat, sagte er: „Wenn es bergab geht, dann ist nicht alles schlecht. Das muss man als Phase sehen, um Schwung zu holen und besser wieder raus zu kommen.“

Aber nicht nur die Schiedsrichtertätigkeit von Deniz Aytekin mit allein 3 Corona-Testungen für die Einsätze am Montag, Mittwoch und Freitag der vergangenen Woche, sondern auch das private und berufliche Leben kamen zur Sprache. Aytekin ist Online-Unternehmer „mit BWL-Hintergrund“, hat mehrere Firmen aufgebaut und erfolgreich verkauft. Seine Leidenschaft für Musik, die die Gedanken mal weg führt vom Beruf und vom Sport, ist durch eine ARD-Reportage bekannt geworden. Für die Zeit nach der aktiven Tätigkeit kündigte Aytekin bereits ein neues Projekt im Internet an, um „der Schiedsrichterei etwas zurückzugeben“. 
 
Dass nicht mehr Fragen gestellt werden konnten, lag am Ende auch an der Begrenzung der Spielzeit, denn Aytekin hatte „der Bibi“ versprochen, die Sky-Reportage über die Bundesliga-Kollegin Bibiana Steinhaus anzusehen. Viele Teilnehmer hatten gar nicht gemerkt, wie schnell die 90 Minuten mit dem sympathischen und authentischen Unparteiischen des TSV Altenberg vorbei gingen. Lehrwart Björn Maertens und Obmann Klaus-Peter Otto (beide Braunschweig) bedankten sich bei Aytekin für die Geduld und die offene Bereitschaft, jede Frage auch zu beantworten. Wer genau zugehört hatte, konnte für die eigene Entwicklung als Schiedsrichter einige Tipps mitnehmen.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 04.04.2021